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Zentraler Auftakt

Aktualisiert (Dienstag, den 25. Oktober 2011) Geschrieben von: Ulrich Geilmann Dienstag, den 25. Oktober 2011

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Schachbundesliga in MülheimDie zentrale Auftaktrunde sollte ursprünglich ja bereits im Jahre 2010 in Berlin stattfinden. Man hatte sich sogar schon einen sehr attraktiven Spielort ausgekuckt. Doch irgendwie klappte das dann nicht.

Der Event war auch nicht ganz unumstritten, denn sowohl die immensen Organisationsaufgaben und Kostenseite als auch der Umstand, dass fast alle Vereine damit eventuell auf ein heiß begehrtes Heimspiel verzichten mussten, trieb manchen Vereinsverantwortlichen die Schweißperlen auf das sorgengefaltete Funktionärsantlitz.

Als eigentlich niemand mehr so recht daran glaubte, dass sich eine solche Veranstaltung tatsächlich organisieren ließe, kamen unsere Mülheimer Schachkollegen aus der Ecke und verkündeten mit dem Inbrunst der Überzeugung: „Wir schaffen das!“.

Der große alte Mann der Mülheimer Schachszene, Heinz Schmitz, betrieb die Idee mit seinem Team dabei mit großem Elan und mustergültigem persönlichem Einsatz. Hintergrund war das 80-jährige Vereinsjubiläum unseres Reisepartners. Grünes Licht gab es aber erst nach einer kritischen Konzept- und Finanzprüfung durch die Mitgliederversammlung der Schachbundesliga am 18.06.2011 in Kassel.

In Zusammenwirken mit dem Vorstand der Schachbundesliga und dem Deutschen Schachbund gelang es danach, ein äußerst attraktives Rahmenprogramm auf die Beine zu stellen. Hierzu gehörte die Livekommentierung der Partien ebenso wie Blitz- und Schnellschachturniere für die Besucher. Es wurden auch ein Jugendmannschaftskampf und interessante Talkrunden organisiert. Selbst eine „Zukunftswerkstatt“ und Verkaufsstände, an denen man sich mit Schachmaterial, Literatur oder Schachprogrammen eindecken konnte, gab es.

Eindeutiger Höhepunkt war aber die Simultanveranstaltung der Schachlegende Viktor Kortschnoj, der am Samstag gegen 25 Gegner antrat. Davon später mehr.

Die ungeheure logistische Leistung der Mülheimer Schachfreunde kann man nicht hoch genug einschätzen, zumal keine Abstriche am reglementierten Austragungsstandard gemacht werden durften; dies beinhaltete auch die vollständige Liveübertragung der Partien sowie eine adäquate Verpflegung der Spieler und die Zuschauer. Dabei bot die riesige RWE-Sporthalle mit seinen Räumlichkeiten einen wirklich würdigen Rahmen.

Schachbundesliga in MülheimUnsere Mülheimer Freunde meisterten alle Aufgaben mit Bravour! Die zentrale Auftaktrunde stellte damit einen Meilenstein in der Geschichte der Schachbundesliga dar. Sie musste (auch was die schachliche Qualität anging) den Vergleich mit den aktuellen deutschen TOP-Turnieren nicht fürchten, denn wann kommen denn bitteschön schon einmal über 100 namhafte Titelträger (darunter wirklich illustre Namen) mit größter Zuschauerresonanz an einem Ort zusammen?! Kleine organisatorische Probleme - die jeder Ausrichter hat - kann man dabei gerne übersehen.

Unser Losglück ließ indes etwas zu wünschen übrig. So bescherte uns die Auslosung mit dem SV Mülheim-Nord, der SG Trier und der OSG Baden-Baden gleich drei harte Nüsse.

Auch die Mannschaftsaufstellung war ein kleiner Balanceakt, zumal wir terminbedingt auf Andrei Volokitin, Parimarjan Negi, Robert Fontaine und Katherina Lahno verzichten mussten; auch Matthias Thesing war nicht greifbar.

Gleichwohl gelang es um unseren ukrainischen Neuzugang Yurij Krivoruchko mit Klaus Bischoff, Vladimir Chuchelov, Nazar Firman, Sebastian Siebrecht, Ilja Zaragatski, Jens Kotainy und Robert Ris ein durchaus wettbewerbsfähiges Team auf die Beine zu stellen. Dabei hatten wir mit Igor Glek, Dr. Christian Scholz und der amtierenden deutschen Meisterin Sarah Hoolt diesmal sogar noch starke Cracks in der Rückhand!

Wärend Yurij und Nazar bereits am Donnerstag einflogen, von Bernd Rosen in Empfang genommen und bei ihm im Gästezimmer untergebracht wurden, reiste das übrige Team erst am Freitag an. Ich stieß erst kurz vor dem Anpfiff dazu, weil mich noch berufliche Verpflichtungen aufhielten. Wie üblich hatte ich mich dabei ebenfalls im Teamhotel eingecheckt, um mir vor allem die doch etwas lästige Einzelanreise an den drei Tagen zu ersparen. Die Remagener Truppe um meinen Freund Peter Noras war ebenfalls dort untergebracht, so dass zumindest ein entspannter Frühstücksplausch gesichert schien.

Schachbundesliga in MülheimÜbrigens gab es diesmal keine Vorabveröffentlichung der Mannschaftsaufstellung, wie dies noch in den Vorjahren üblich war, so dass zumindest die Freitagsbegegnungen die eine oder andere Überraschung hätte bieten können. Doch wir gingen sowieso davon aus, dass unsere Gegner jeweils ihre Bären aufstellen würden. Ob es uns dann aber gelingen würde, diesen Bären auch das Fell über die Ohren zu ziehen, das war eine ganz andere Frage. Jedenfalls wollten wir uns möglichst teuer verkaufen. Doch der Reihe nach:

Am Freitag ging es also zunächst gegen unseren Reisepartner SV Mülheim-Nord. Zu Recht gehört die Mülheimer Mannschaft ja bereits seit Jahren zu den Spitzenclubs der Bundesliga und in den letzten Jahren haben wir in den betreffenden Vergleichskämpfen kein Land gesehen. Dabei kann man eigentlich noch nicht einmal sagen, dass das enge Matches gewesen wären. Im Gegenteil: DerELO-Vorteil, den die Mülheimer stets ans Brett brachten, war im Regelfall erdrückend und die Ergebnisse teilweise wirklich enttäuschend.

Und auch diesmal fiel der Elovergleich deutlich zu unseren Ungunsten aus: