Aus dem ESV...
Schach für Kids
Aus aller Welt...
- Asian Nations Chess Cup 2012 – Complete Lineups
- Anand-Gelfand G5, a Sveshnikov Sicilian, drawn after 27 moves
- US-Meisterschaft: Nakamura und Kamsky in Fahrt
- WM: Anand-Gelfand - Remis nach Eröffungsüberraschung
- Gelfand comfortably holds the draw with black in World Championship Game 5 - 5
- FIDE President at "Maribor for Peace"
- Anand – Gelfand game 5 LIVE!
- Nakamura, Kamsky Win, Zatonskih and Krush Draw at U.S. Championships
- 2012 U.S. Championships (Saint Louis)
- WM: Auch die fünfte Partie endet mit Remis
Letzte Nachrichten
Presseschau
Nächste Termine
| 18.05.2012 - 17.00 Uhr Jugendtraining |
| 18.05.2012 - 19.00 Uhr Offenes Training |
| 22.05.2012 - 17.00 Uhr Dienstagstraining |
| 01.06.2012 - 19.30 Uhr SFK-Pokal (4) |
| 22.06.2012 - 19.30 Uhr SFK-VM (7) |
Équipe Catmontagne
Aktualisiert (Freitag, den 09. Dezember 2011) Geschrieben von: Ulrich Geilmann Donnerstag, den 08. Dezember 2011
| Beitragsseiten |
|---|
| Équipe Catmontagne |
| Seite 2 |
| Alle Seiten |
Schachbundesliga in Hockenheim
Leider litt die Arbeit an der Homepage unter meinem Trip nach Brasilien. Daher kann der Bericht von Ulrich Geilmann erst jetzt erscheinen und muss der Einstimmung auf das BL-Wochenende in Essen dienen. - Der Webmaster
Was haben Michael Schuhmacher, Anatoli Karpov und Ulrich Geilmann gemeinsam und was schenkt man um Himmels Willen eigentlich einem Franzosen zum Geburtstag? Der unbedarfte Zeitgenosse wird zum ersten Teil der Frage sicher spontan antworten: Nix, wenn man mal davon absieht, dass die drei Herren erst dann wirklich attraktiv aussehen, wenn der kurzsichtige Betrachter die Brille abnimmt. Doch nach mehr oder minder tiefem Nachdenken kommt man dann drauf: die waren alle schon mal auf dem Hockenheimring!
Dabei sollte es für den Teamchef des Katernberger Rennstalls, der sich übrigens bei der Anfahrt einen leichten Blechschaden an seiner Bonzenkarre zuzog, heuer aber eine Premiere sein; für den SV Hockenheim allerdings auch: Der Aufsteiger richtete nämlich das erste Bundesliga-Wochenende seiner Vereinsgeschichte aus und hatte sich dabei viel vorgenommen. Mit Exweltmeister Anatoli Karpov präsentierte man sich beispielsweise vorab zu einem Presse- und Fototermin. Sportlich trafen sich im Baden-Württemberg-Center mit den Reisepärchen SF Katernberg / SV Mülheim-Nord und SC Eppingen / SV Hockenheim überdies vier Teams, die sich nach der zentralen Auftaktrunde in der Tabellenmitte knubbelten.
Das versprach spannende Kämpfe. Die Zuschauer freuten sich auch noch auf zwei waschechte Europameister: GM Daniel Fridman (SV Mülheim Nord) und GM Rainer Buhmann (SV Hockenheim). Erwartet wurden im Vorfeld ebenfalls die Nationalspielerinnen WGM Elisabeth Paethz (SV Hockenheim) und WIM Sarah Hoolt (SF Katernberg).Mit Sarah konnten wir diesmal leider jedoch nicht dienen. Sie war ursprünglich zwar nominiert, aber als sich abzeichnete, dass sie in Essen gute Chancen hatte, Sportlerin des Jahres zu werden, wurde schnell umdisponiert. Für sie rückte FM Jens Kotainy in die Équipe, die darüber hinaus diesmal aus GM Robert Fontaine, GM Klaus Bischoff, GM Kateryna Lahno, GM Nazar Firman, GM Sebastian Siebrecht, GM Igor Glek und IM Matthias Thesing bestand.
Jetzt mag es dem geneigten Leser dämmern, was es wohl mit der 2. Eingangsfrage auf sich hatte: unser Robert feierte am 18.11. seinen 31. Geburtstag und bekam zu diesem freudigen Ereignis eine Flasche Champagner vom Teamchef überreicht! Der freute sich über diese Geste sehr, so dass sich das gemeinsame Dinner am Freitagabend beim Griechen zu einem dem Anlass adäquaten Gelage entwickelte. Gleichwohl ging's dann relativ früh in die Hotelbetten, denn mit dem SC Eppingen wartete am Samstag ein Gegner, der uns in den letzten Jahren stets mit leeren Händen da stehen ließ. Das wollten wir diesmal durchaus ändern!
Hockenheim ist übrigens ein beschauliches, um nicht zu sagen sehr überschaubares Städtchen; wenn da nicht das imposante Motodrom wäre, das in krassem Widerspruch zu der doch eher pittoresken Stadtarchitektur steht. Das hatte bei der Anreise auch schon unsere ehrenamtliche Mannschaftsbetreuerin Heidi Saller angemerkt, die in früheren Zeiten hier häufiger weilte und auch schon Jonny Cecotto die Flosse gereicht hat.
Im Turniersaal, der einen phantastischen Ausblick auf die Rennstrecke bot, gab's eine Neuerung. Da Rennbetrieb herrschte, wurden prophylaktisch Ohrenstöpsel verteilt. Das gab allerdings Anlass zu intensiven Diskussionen. Sogar von Spielabbruch war zunächst die Rede. Aber die Vernunft siegte.
Nach den obligatorischen Begrüßungsreden und Ehrungen, die für meinen Geschmack vielleicht etwas überlang waren, stellte man allerdings fest, dass noch die Partieformulare fehlten. Für unseren Kampf konnte ich aushelfen; aber für die Begegnung Hockenheim – Mülheim kam das Material erst reichlich spät. Das gab eine saftige Zeitstrafe für den Gastgeber; hätte auch ins Auge gehen können. Die Ausschilderung zum Spiellokal war ebenfalls verbesserungsfähig. Hinzu kamen teilweise schwierige Lichtverhältnisse und das nervige Klappern der Türen, das erst mit der tatkräftigen Hilfe von Axel Fritz, der eigentlich nur für die Live-Übertragung zuständig war, beseitigt wurde.
Eine herbe organisatorische Schlappe für unseren an sich sehr bemühten Gastgeber! Okay – zum Spiel: Eppingen hatte ziemlich prominent aufgefahren:
| SC Eppingen | - | Katernberg |
|---|---|---|
| Bologan | - | Fontaine |
| Balogh | - | Bischoff |
| Tiviakov | - | Lahno |
| Gyimesi | - | Firman |
| Postny | - | Siebrecht |
| Acs | - | Kotainy |
| Bindrich | - | Glek |
| Medvegy | - | Thesing |
Der übliche Kontrollgang nach den ersten Zügen ließ mich zunächst nur bei der Partie Fontaine – Bologan fragend zurück. Robert hatte zwar das Läuferpaar, aber gleichzeitig auch einen Doppelbauern b-Linie. Mal sehn, was daraus noch wird.
Zwischendurch dann ein kleiner Plausch mit meinem Freund Evgeny Postny, der mit der Feststellung endete, dass der angebotene Tee – immerhin Marke Aristrokrat – auch schon bessere Zeiten erlebt habe und er deshalb berauschende Wirkungen befürchte.
Im Vorraum, in dem die Partiekommentierung stattfand, analysierte das Eppinger Team um Hans Dekan derweil eine nette Partie. Machte richtig Spaß da mal mitzuwirken, zumal es mir immer total leicht fällt, die Figuren von anderen Leuten zu opfern. Mittlerweile störte auch das ständige Gebrumm von der Rennstrecke niemanden mehr. Der Mensch ist halt doch ein Gewohnheitstier!
Im Turniersaal ging alles den gewohnten Gang. Die Herren – pardon – die Damen und Herren arbeiten ihr Theoriepensum ab. Alles ganz gut soweit! Genie ist halt doch nur zu einem Drittel Inspiration; der Rest ist Schweiß!
Gut gefiel mir allerdings die Partieanlage von Sebastian. Er hatte sich schnell eine gute Angriffsposition erspielt und setzte seinen Gegner mit einem doppelten Turm-Lottchen auf der h-Linie unter Druck! „…Aba rasieren hätt’ er si schon a moi kenna.“ (O-Ton Heidi)!
Klaus meinte dazu lakonisch: „…Nee, ist schon in Ordnung, denn wer rasiert, verliert!“ Ob das wirklich das Geheimnis guter Schachspieler ist?
Während dessen bahnte sich auf Igors Brett ein interessantes Endspiel seinen Weg. Der sympathische Falko Bindrich bot dabei ein Figurenopfer für drei Bauern an. Das ließ aber unseren Fummelkünstler total kalt! Er verschmähte das Danaergeschenk und ging nun seinerseits auf Bauernfang!
Das erste Resultat dann um 17.07 Uhr. Remis bei Klaus. (0,5:0,5).
Etwas Sorgen bereitete mir zu diesem Zeitpunkt allerdings der relativ hohe Zeitverbrauch des Ehepaares Lahno – Fontaine. Gleichzeitig eruierte Matthias bei mir, ob er gegebenenfalls Remis anbieten könnte. Hatte eigentlich nichts dagegen, zumal er eine Schwarzpartie hatte und seine Stellung deutlich gedrückt war. Die Luft wurde dünner und das lag nicht nur am etwas zu warmen Raumklima.
Apropos Wärme: Während dessen zündelte Nazar mal wieder am Holzbrett. Die Stellung brannte Lichterloh! Dabei guckt der immer so, als könnte er kein Wässerchen trüben.
Sebastian sprengte inzwischen die gegnerische Dame vom Brett; allerdings musste er dafür beide Türme geben und die danach entstandene Position sah jetzt nicht mehr ganz so chancenreich aus. Was wir jetzt brauchten, war ein Lucky Punsh! Nur wo sollte der passieren?
Kateryna spielte kurz darauf Remis gegen den starken Sergey Tiviakov. (1,0:1,0). Doch kurz danach verlor leider Sebastian gänzlich die Kontrolle über Brett und Partie. (1,0:2,0). Evgeny – you’r still playing for the wrong team!
Nun sah’s insgesamt nicht mehr so gut aus.
Kurze Zeit später folgte bei Jens, der bislang recht sauber gespielt hatte, ein Remisangebot des Gegners. Vor dem Hintergrund der Gesamtsituation eine schwierige Entscheidung. Nach Rücksprache mit Klaus erteilte ich dennoch die Freigabe. Jens wollte aber erst noch einmal ruhig in die Partie schauen. Doch er sah nichts mehr. Remis. (1,5:2,5).
Die Partie von Nazar entwickelte sich derweil zum Thriller! Der Grisu des Schachs wirbelte wieder ein die Puppen durcheinander. Fire on Board! Kateryna stand daneben und fieberte mit ihrem Jugendfreund richtig mit. Der Teamgeist stimmte also wieder einmal! Nach der Zeitkontrolle sah’s dann wie folgt aus:
- Robert: Dynamischer Ausgleich; nicht mehr, aber auch nicht weniger.
- Nazar: Stellung wieder gelöscht; ebenfalls eher Remis.
- Matthias: eher platt, aber Schwindelchancen.
- Igor: Bauer mehr, aber noch ein weiter Weg zum Sieg.
Würde so vielleicht gerade noch zum 4:4 reichen, aber auch nur dann, falls Igor tatsächlich den ganzen Punkt machen und Matthes den Rummel halten würde. Hoffen und Bangen!
Als Jens derweil die Berichtsfotos sah, ließ er sich übrigens zu der Bemerkung hinreißen, dass die Schachspieler „…ja wohl echt voll die Affen…“ wären. Nun ja, wenn man’s recht betrachtet, liegt er da nicht ganz falsch, wie ich ja bereits Eingang dieses Traktats feststellte. Heidi kommentierte das mit: „Hey Junge! Pass bloß auf, Du! Des hoaßt für mi, Du zweifelt´s an meiner Kunst des Fotografierens von Trauerweiden“. Okay: Deutsch ist was anderes, aber auf Bayrisch klingt das natürlich liebenswürdig!
Gegen 19.00 Uhr zog sich auch noch Robert einen Materialschnupfen zu. Das war insoweit gefährlich, weil sich neben den ungleichfarbigen Läufern auch noch Damen auf dem Brett herumtrieben und zumindest ein weiterer Holzagronom in die ewigen Jagdgründe eingehen würde. Die Lage wurde dadurch nicht besser.
Hingegen wollte zuminderst Igor gewinnen. Das spürte man, zumal er sich mehrfach nach der gültigen Zeitkontrolle erkundigte. Das kann ja eine lange Nacht werden, dachte ich bei mir!
19.20 Uhr dann der befürchtete Stellungstod am 1. Brett. (1,5:3,5). Scheibenkleister! Damit war der Drops für unsere Eppinger Konkurrenten praktisch gelutscht. Danach war auch schon fast egal, dass Igor trotz Mehrfigur keine Gewinnaussichten mehr hatte. Er fügte sich später ins Unvermeidliche. (2:0:4,0). Als dann aber Nazar und Matthias nacheinander verloren (2,0:6,0), verwandelte sich die schon erwartete Niederlage in eine deutliche, aber unverdiente Klatsche. Trotzdem herzliche Glückwünsche nach Eppingen!
| SC Eppingen | 6:2 | Katernberg |
|---|---|---|
| Bologan | 1:0 | Fontaine |
| Balogh | ½:½ | Bischoff |
| Tiviakov | ½:½ | Lahno |
| Gyimesi | 1:0 | Firman |
| Postny | 1:0 | Siebrecht |
| Acs | ½:½ | Kotainy |
| Bindrich | ½:½ | Glek |
| Medvegy | 1:0 | Thesing |
Den Abend verbrachten wir dann bei einem Buffet im Hotel Motodrom, dass vom netten Teamchef der Hockenheimer, Dieter Auer, organisiert wurde. Für den 2. Teil des Berichtes übergebe ich jetzt an unsere bayrische Auslandskorrespondentin Heidi Saller. Ich muss mich mal ausruhen.

Subscribe to RSS Feed






