Bitteres Ende einer rabenschwarzen Saison

Geschrieben am 01.05.2018 von Bernd Rosen

SFK 1 steigt aus der Oberliga NRW ab

Alles Kämpfen hat nicht geholfen: Nach einer rabenschwarzen Saison mit vielen knapp verlorenen Kämpfen muss sich SFK 1 auch aus der Oberliga verabschieden. Nach der hohen Niederlage gegen Dinslaken hätte nur noch ein hoher Sieg gegen Gerresheim geholfen, aber nach einem Kampf, der in vielem symptomatisch für die gesamte Saison war, reichte es nur zu einem 4:4.

An den beiden Ersatzspielern hat es nicht gelegen: Jürgen Riesenbeck legte in einem souverän geführten Grünfeldinder das 1:0 vor, und Josua Kudelka fuhr ebenso überlegen den Punkt ein. Am Ende kämpfte er mit Turm und zwei Springern gegen die generische Dame und trieb den schwarzen König ins Matt. Auch die Partien von Bernd Dahm und Timo Küppers schienen sich günstig zu entwickeln, aber Bernd ließ einen schwarzen Bauern nach a3 marschieren und konnte die Partie danach nicht halten, und Timo stellte in einer positionell überlegen geführten Partie in klar besserer Stellung einzügig eine Figur ein. Immerhin konnte Maximilian Heldt ein Endspiel mit dem "guten Läufer" gewinnen, aber das bedeutete nur das 3:2 statt des möglichen 5:0...

Ich selbst konnte zwar in einer schwerblütigen geschlossenen Partie meinen Königsangriff ins Rollen bringen, der mir die Dame für Turm, Springer und Bauer einbrachte. Leider fand ich danach nicht den richtigen Weg, um den Vorteil zu nutzen und musste in die Zugwiederholung einlenken, weil der auf meine Grundreihe eingedrungene Turm in Verein mit einem Springer zu viel Gegenspiel entfachte.

Bosko mühte sich derweil in einer sehr technischen Partie gegen Großmeister Andrey Orlov, etwas Greifbares herauszuholen. Zwischenzeitlich war mir nicht klar, wer hier besser stand, am Ende stand jedoch ein ausgekämpftes Remis. Unglücklich spielte Thomas Wessendorf, der gegen den alten Haudegen Ulrich Dresen eine sehr scharfe Variante wählte, um dem stillschweigenden Remisangebot zu begegnen. In der Folge landete er jedoch in einem sehr schlechten Endspiel, das er am Ende nicht halten konnte.

Schaut man auf die Wertungszahlen unserer Mannschaft, kann man noch nicht einmal von einer völligen Überraschung sprechen, Doch nach vielen stark geführten Kämpfen hatte es lange doch so ausgesehen, als wenn wir uns in der Liga halten könnten. Am Ende erwies sich die Startniederlage gegen Wuppertal als verhängnisvoll, in der die schlechte Chancenverwertung einen frühen Höhepunkt erreichte. Auch im weiteren Sasionverlauf wurden zu viele gute Partien aus der Hand gegeben - vier 3,5:4,5 Niederlagen zeigen, dass es auch anders hätte ausgehen können.

Schaut man sich die Einzelergebnisse an, sind vor allem Max Heldt und Bernd Dahm unter ihren Möglichkeiten geblieben, während wir an den vorderen Brettern recht gut gegenhalten konnten. Thomas verdarb eine sehr gute Saison erst mit den zwei Niederlagen zum Schluss, Sebastian verteidigte das Spitzenbrett erfolgreich, Bosko blieb angesichts der schwierigen beruflichen Situation im Rahmen seiner Möglichkeiten. Ich selbst wurde mit 5,5 Punkten zwar Mannschaftsbester, reihte mich aber vor allem in der ersten und der letzten Partie in die Riege der schlechten Chancenverwerter ein.

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Das Gefährliche an Halbwahrheiten ist, dass immer die falsche Hälfte geglaubt wird.

Hans Krailsheimer

Schachaufgabe

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