Ein hart erkämpfter Punkt

Geschrieben am 20.10.2014 von Bernd Rosen

SFK startet in die Schachbundesliga

"Diese Saison wird sehr interessant, denn wir müssen sehr hart kämpfen, um den Abstieg zu vermeiden!" - Bei der Mannschaftsbesprechung am Vorabend des Bundesligaauftakts in der Spielbank Hohensyburg gewann Nazar Firman der nicht so komfortablen Ausgangssituation der neuen Saison auch positive Seiten ab. Zwei Runden später kann das Team nicht nur auf die wirklich starke kämpferische Leistung stolz sein, sondern darf sich auch über zählbaren Erfolg freuen: Nach der Niederlage gegen Trier gelang gegen Hockenheim ein respektables Unentschieden. Kämpfer Firman, der wieder-erstarkte Christian Scholz und ein endlich wieder stabiler "Unterbau" hatten großen Anteil daran. Hier der Bericht vom Wochenende mit allen Partien zum nachspielen und Fotos von Bruno Müller-Clostermann:

Die SG Trier brachte am Samstag 7 Großmeister an die Bretter und war vor allem an den letzten drei Brettern haushoch überlegen. Auch Nazar Firman hatte mit dem britischen Großmeister David Howell einen deutlich höher eingeschätzten Gegner, den er wie gewohnt mit unkonventionellem Spiel früh zum Nachdenken zwang. Doch umsichtig wehrte der Trierer alle Attacken ab und markierte noch vor der Zeitkontrolle den Sieg. Die zweite Schlüsselpartie spielte Matthias Thesing, der schon in der Eröffnung eine Qualität opferte und dafür starken Angriff auf den in der Mitte stecken gebliebenen König erhielt. Aber auch er scheiterte an der sorgfältigen Verteidigung des rumänischen Großmeisters Parligras.

An den ausgeglichen besetzten Brettern gelang es den Trierern, den Ball flach zu halten, so dass Andrei Volokitin, Yuriy Kryvoruchko und Lawrence Trent sich mit der Punkteteilung zufrieden geben mussten. Lawrence war einem Sieg noch am nächsten, sein Mehrbauer erwies sich in einem Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern aber als wertlos. Erfreulich sicher kam Timothée Heinz gegen den mehr als 200 ELO-Punkte stärkeren Ungarn Laszlo Gonda zu einem Remis.

Beim Stand von 2:4 kämpften schließlich Sebastian Siebrecht und Dr. Christian Scholz bis in die 6. Spielstunde hinein: Während Sebastian seine gefährdete Stellung noch in den Remishafen steuern konnte, wurde die Hartnäckigkeit von Christian nicht belohnt - der gegnerische Freibauer erwies sich als zu stark.

Im zweiten Saisonspiel gegen das nominell ebenfalls hoch überlegene Team aus Hockenheim sprang dann auch Zählbares heraus: Mit dem verdienten Unentschieden und landete das Team den ersten Überraschungserfolg. In der naturgemäß noch wenig aussagekräftigen Tabelle rangieren nach zwei Runden immerhin fünf Mannschaften hinter uns, die am ersten Doppelspieltag völlig leer ausgingen.

Ausgerechnet die Verlierer des Vortages hatten großen Anteil am Teilerfolg: Dr. Christian Scholz überspielte den italienischen Großmeister Sabino Brunello im Mittelspiel und brach mit einem starken Qualitätsopfer endgültig den Widerstand seines rund 200 ELO-Punkte stärkeren Kontrahenten. Die schönste Partie spielte aber Nazar Firman, der gegen den deutschen Nationalspieler David Baramidze seinen schwunghaft vorgetragenen Königsangriff mit einem sehenswerten taktischen Trick krönte. Und auch Matthias Thesing geriet gegen den früheren WM-Kandidaten Zoltan Ribli nie in Gefahr.

Zuvor hatte Sebastian Siebrecht für einen frühen Rückstand gesorgt: Mit den weißen Steinen geriet er schon in der Eröffnung in eine schwierige Stellung und verlor in nur 25 Zügen. Die zweite Niederlage musste Lawrence Trent hinnehmen, der in besserer Stellung völlig den Faden verlor. Am Spitzenbrett hielt Andrei Volokitin das ungarische Wunderkind Richard Rapport im Schach, und auch das ukrainische Duell Moisseenko - Kryvoruchko am 2. Brett endete mit der Punkteteilung. Als sehr sicherer Spieler erwies sich Thimothée Heinz, der seine Partie gegen Deutschlands stärkste Schachspielerin Elisabeth Pähtz stets im Gleichgewicht hielt. Seiner Ankündigung, ein schwer zu besiegender Spieler zu sein, mit der er sich um einen Platz im Team beworben hatte, wurde er am ersten Wochenende voll gerecht.

Das Unentschieden gibt Rückenwind für die kommenden schwierigen Aufgaben!

Alle SFK-Partien des ersten Wochenendes

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Das Schachspiel ist ein Kampf, aber hauptsächlich wohl gegen die eigenen Fehler.

Unbekannt

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