Knappe Kiste

Geschrieben am 08.05.2022 von Lasse Struck

Am Sonntag ertönte der Startschuss für den Kampfmarathon von SFK3 - in den nächsten drei Wochen werden die Sonntage alle am Schachbrett verbracht! Der Auftakt sollte gegen das Tabellenschlusslicht aus Kamen gelingen. Doch dass ein Sieg schwerer als erhofft sein würde, zeichnete sich schon von Anfang an ab. Alles begann damit, dass Bernds Bahn nicht nur Verspätung hatte sondern sogar nach Koblenz zurückfahren musste - danke dafür deutsche Bahn, Ihr habt uns direkt einen Rückstand eingebrockt! Die übrigen Spieler trafen jedoch alle pünktlich ein, sodass der Kampf kurz nach 14:00 Uhr startete.

Zuerst punktete ihr Berichterstatter. Nachdem ich meinem Gegner einen isolierten Damenbauern verpasste, schaffte es dieser nicht, aktives Gegenspiel zu entfachen. In der Folge meinte er auch noch, meine Dame zweizügig gewinnen zu können, leider verlor er dabei eine Figur. In der späteren Analyse stellte ich jedoch mit Erschrecken fest, dass mein Gegner genau an dieser Stelle eine simple Kombination hätte spielen können, nach der er klar besser gestanden hätte.... Die 'Aufräumarbeit' in der Partie ist hingegen keiner Erwähnung mehr wert.

Kurz darauf endete auch Werners Partie. Nach einigen Verwirrungen (Werner war am Zug, aber die Uhr des Weißen lief) saß unserer sechstes Brett sicher im Sattel. Die schwarzen Steine hatten das Geschehen sicher unter Kontrolle - doch plötzlich stand Werner vor mir und erzählte, er habe ein Dauerschach übersehen. Das ist natürlich ärgerlich, aber auch nur das 1,5:1,5 nach gut zweieinhalb Stunden.

Nach einer weiteren Stunde meldete Willy einen weiteren Punkt für unsere Truppe. Im geschlossenen Sizilianer griff er mit seinen Bauern e4-f4-g4 den schwarzen Monarchen entscheidend an. Zuerst fiel nur ein gegnerischer Bauer, dann ein zweiter, bis letzendlich nur ein Figurenverlust des Gegners das Matt abgewendet hätte.

Währenddessen endete Gerds Partie in einem ausgeglichenen Turmendspiel, in dem kein Vorankommen mehr möglich war. Öfters wäre eine Stellungsöffnung vorteilhaft für Schwarz gewesen, da der weiße König es nicht rechtzeitig aus dem Zentrum schaffte. Gerd hatte seinem Gegner wohl zu sehr vertraut und entschied sich für langsameres Spiel, welches leider nach und nach abflachte.

Auch Jonas und Erich kamen nicht über zwei Remise hinaus. Am achten Brett gewann Jonas einen vollen Bauern, welcher jedoch schwierig zu verwerten war, da der aktive weiße Turm seine Figuren gebunden hielt. Als die Türme getauscht wurden, blieb noch jeweils ein Läufer für beide Parteien übrig. Ein Pech nur, dass diese unterschiedliche Farbkomplexe kontrollierten - es gab keine Möglichkeit mehr, einen vollen Punkt zu erspielen. Erich verbuchte neben einem angenehmen Raumvorteil auch noch das Läuferpaar. Er schaffte es, seinen Gegner mächtig unter Druck zu setzen, aber in der Folge entwischte dieser in ein nur leicht schlechteres Turmendspiel. Somit waren beim Stand von 4:3 alle Augen auf Noels Partie gerichtet.

Nach vorbereitetem Wolga-Gambit standen alle schwarzen Figuren aktiv. Doch heute sollte bei Noel alles genau umgekehrt laufen wie sonst: Das nächste Mal zählte ich zwei Bauern zu wenig bei Schwarz und dazu hatte Noel mehr Zeit als sein Gegner (das ist ein wirklich seltener Umstand)!
Nach insgesamt fast 6 Stunden Spielzeit und langer, zäher Verteidigung seitens Noel, stand dann das 0,5:0,5 auf dem Papier. Sie haben richtig gelesen - Noel hat es tatsächlich geschafft, ein Dauerschach zu geben.

Ein knappes 4,5 zu 3,5 also, wobei der ein oder andere halbe Punkt durchaus glücklich war. Als nächster Gegner wartet der SC Buer-Hassel am 15.05 auf uns. Auch hier werden auf jeden Fall Punkte gegen den Abstieg benötigt.

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Eine Diskussion ist unmöglich mit jemandem, der vorgibt, die Wahrheit nicht zu suchen, sondern schon zu besitzen.

Romain Rolland

Schachaufgabe

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