Mit einem blauen Auge

Geschrieben am 20.01.2019 von Bernd Rosen

SFK 1 spielt Unentschieden gegen Bad Godesberg

Es gibt so Tage, da fragt man sich hinterher, ob man nun einen Punkt gewonnen oder einen verloren hat. Gegen Godesberg in der 5. Runde der NRW-Klasse sorgten verschenkte halbe und ganze Punkte in einigen Partien für eine unübersichtliche Lage. Wenn jedoch am Ende ein Endspiel mit Minusfigur noch Remis wird, dann sollten wir uns bei Caissa nicht über mangelnde Unterstützung beklagen. Thomas Wessendorf war der Held des Tages, dem dieses Kunststück gelang. Freilich war es nur deshalb notwendig, weil ihn kurz vor der Zeitkontrolle ein unvorsichtiger Springerzug in überlegender Stellung einen ganzen Turm kostete. Mit einer durchschnittlichen Zahl von 70 Zügen pro Partie ist Thomas ganz klar unser Marathon-Mann dieser Spielzeit. Gut, dass der passionierte Radfahrer über die nötige Kondittion verfügt! Das Bild zeigt ihn beim Saisonauftakt in Sodingen/Castrop, wo er mit dem Rad angereist war.

Vor diesem 4:4 Endstand nach knapp 7 Stunden stand wie gesagt ein turbulenter Kampf:

  • Sebastian Siebrecht geht an 1 gegen den starken Polen Nasuta auf Nummer sicher - Remis ohne große Aufregungen.
  • Bosko kriegt gegen die Caro-Kann-Aufstellung seines IM-Kollegen Rüdiger Seger keinen echten Vorteil und teilt ebenfalls die Punkte.
  • Wohl kurz vor der Zeitkontrolle muss auch Thomas Neuer einsehen, dass die vom Gegner gespielte Ausgleichsfortsetzung gegen seinen Katalanen wirklich zum Ausgleich führt.
  • Nach der Zeitkontrolle sorgt einmal mehr Volker Gassmann für die Führung - er steht jetzt bei fantastischen  5 aus 5! Seine Partie gibt's weiter unten zum Nachspielen.
  • Rainer Kaeding hatte ein bequemes Damenendspiel. Auf seine Frage, ob er auf Gewinn spielen solle, antwortete ich ungefähr mit "Ja, aber nicht auf Biegen und Brechen!" - da war Thomas Wessendorf kurz zuvor vom Pfad der Tugend abgewichen. Irgendetwas ist dann leider schief gelaufen - das Bauernendspiel, in dem Rainer nach Damentausch landete, erwies sich als verloren!
  • Die Partie von Timo Küppers schien nach der Eröffnung schon fast verloren. Er verunklarte die Stellung jedoch erfolgreich und erreichte ein Endspiel, in dem er mit Springer und Läufer gegen zwei Turme kämpfte, wobei sein mobiles Bauernzentrum mehr als genug Ersatz zu bieten schien. Nachträglich zeigte sich, dass die Engines die weiße Stellung an mehreren Stellen gerettet hätten - seinem Gegner gelang dies nicht. Stand des Kampfes: 3,5:2,5
  • Ich hatte in der Eröffnung etwas leichtfertig einen Bauern geopfert. Leider verbrauchte ich im Anschluss selbst ziemlich viel Zeit, ohne etwas Konkretes zu erreichen. Langsam aber sicher wurde immer mehr Material getauscht, und am Ende setzte sich der Mehrbauer halt durch. 3,5:3,5
  • Zum Glück hatten wir noch Thomas: Kurz vor dem 40. Zug mit Mehrqualität, dann lange mit Minusfigur. Schließlich stellte der Gegner die Mehrfigur wieder ein, und auch das Turmendspiel mit gegnerischem Mehrbauern war beileibe nicht trivial. Aber Thomas hielt dem Druck bis zuletzt stand - am Ende blieben nur noch die nackten Könige auf dem Brett. Ein heroisches Ringen!

Nach den zwei Remisen gegen Plettenberg und Godesberg stehen wir immer noch an der Tabellenspitze mit dem etwas leichteren Restprogramm, da wir gegen Plettenberg, Godesberg und Düsseldorf schon gespielt haben, die sich untereinander aber noch Punkte wegnehmen werden.

Alle Details stehen im NRW - Ergebnisportal.

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