Mitten im Gedränge

Geschrieben am 02.02.2014 von Volker Gassmann

NRW-Klasse: SFK 2 siegt gegen Elberfeld und klettert auf Platz 5

Nach einem knappen aber verdienten Sieg gegen den Tabellenzweiten Elberfelder SG konnte sich SFK 2 auf den 5. Platz vorkämpfen. Höhepunkt des Kampfes war der sensationelle Sieg von Thomas Wessendorf an Brett 5 gegen den sehr starken Jugendlichen Kornel Maj in einer Partie, die beiden Spielern zur Ehre gereicht.

Schrecksekunde vor dem Kampf: Auf dem Weg zum Spiellokal rief Erich Krüger an, ob er spielen müsse: Ich hatte vergessen, ihm endgültig mitzuteilen, dass Patrick Imcke nicht spielt. Zum Glück waren wir dann vollzählig, und der Kampf entwickelte sich zu unseren Gunsten: Bernd stand mit Weiß sehr gut, Martin Villwock hatte mit Schwarz eine gute Benoni-Stellung und mein Gegner hatte auf einen Sämisch-Aufbau mit Se2-c3 mit einer Art Wolga-Gambit reagiert, ohne jedoch ausreichend Kompensation zu erhalten.

Die optisch gute Stellung von Holger Stratmann and Brett 8 schien zu einem Remis zu verflachen. Thomas mit Weiß in einem Sizilianer mit f4 und Christian mit schwarzem Königsinder  standen sehr kompliziert. An Brett 7 zeichnete sich ab, dass aus dem geplanten weißen Invasion am Damenflügel wegen der unsicheren Königsstellung nichts wird: Vorteil Erich Krüger. Richtig Sorge bereitete mir nur Willys Stellung, der eine taktische Idee übersehen hatte und eine Schwächung seiner Bauernstruktur zulassen musste - er schien jedoch genug Ressourcen zu haben.

Tatsächlich gewann Bernd im Rekordtempo nach 15 Zügen, während mein Gegner "erst" nach 29 Zügen aufgeben musste : 2:0. Kurz darauf folgte ein Remis von Erich Krüger aus einer Position der Stärke, in der jedoch kein unmittelbarer Gewinn in Sicht war. Zu diesem Zeitpunkt lehnte Holgers Gegner dessen Remisangebot ab ...

Währenddessen spitzte sich die Situation beim Thomas immer mehr zu: Bereits nach ca 20 gespielten Zügen waren beide unter 5 Minuten Bedenkzeit und die Stellung wurde nicht einfacher: obwohl seine Dame auf g2 und der Lb3 hing griff Kornel Maj konsequent mit Sg5 an und drohte ein Matt mit beiden Springern. Thomas fand jedoch die vermutlich einzige Verteidigung, gab etwas Material zurück und erzwang Damentausch. Die enorme Spannung blieb aber bis kurz vor der Zeitkontrolle bestehen, als Thomas anscheinend nach weißem b4 Turm c5 oder eine Leichtfigur verlor. Ob er das alles vorher gesehen hatte - beide Spieler lebten nur noch vom Inkrement - oder ob ihm hier das Glück des Tüchtigen zur Seite stand: er ließ einfach seinen Turm stehen und bildete 2 Freibauern auf b3 und c3 die trotz Minusqualität einen leichten Sieg sicherstellten: 3,5 : 0,5.

Bei Holger hatte sein Gegner das Bauernendspiel verdorben und kämpfte nun in einem Damenendspiel mit Minusbauern um ein Dauerschach - erfolglos: nach gut 5 Stunden Spielzeit führten wir 4,5 : 0,5.

Leider gerieten wir an den übrigen Brettern immer stärker unter Druck und mussten zum Schluß mit einem 4,5 : 3,5 zufrieden sein. Besonders bitter ist rückwirkend jedoch die überflüssige Niederlage gegen Duisburg im letzten Kampf, ohne die wir heute die Tabellenspitze übernommen hätten!

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Mit Geduld und Zeit kommt man allmählich weit!

Abraham a Sancta Clara

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