Na geht doch!

Geschrieben am 16.10.2017 von Bernd Rosen

SFK 1 siegt in Porz

Nach zwei Abstiegen in drei Jahren ist nichts normal: Obwohl unsere erste Mannschaft personell fast völlig neu aufgestellt ist, zieht sich die Schwäche im Abschluss wie ein roter Faden durch die Spielgeschichte der letzten Jahre. Und es ging ja auch in diesem Jahr kontinuierlich so weiter: Beim Saisonauftaakt in Wuppertal verderben Timo, Max und ich beste Stellungen, und von den fünf übrigen klar besseren Positionen wird nur eine gewonnen. "Wir können uns nur selber schlagen, aber wo wir eine Chance sehen, da nutzen wir sie auch!" Aber dann kam das Spiel in Porz:

Okay - es ist "nur noch" Porz 2. Und die haben einen ähnlichen Umbruch vollzogen wie wir, sich von vielen Stars in der ersten Mannschaft getrennt und geben nun der Jugend eine Chance. Die ist bei Porz bekanntermaßen excellent - zahlreiche deutsche Meistertitel legen davon ein beredtes Zeugnis ab. Im ersten Saisonspiel hatte die junge Mannschaft gegen Oberhausen gewonnen, ein klares Signal, dass die kampfstarke Truppe nicht unterschätzt werden darf.

Auch wir haben mit Timo, Max und Patrick drei Spieler aus der eigenen Jugend im Team. Das Titelfoto gebührt jedoch unserem Ersatzmann Holger Stratmann, der seine Partien derzeit mit so viel jugendlichem Feuer anlegt, dass seinen Gegnern kaum Möglichkeit zum Widerstand bleibt. Im ersten Kampf versäumte er noch das mögliche Matt in 5 und begnügte sich mit dem Dauerschach (das war eine der oben erwähnten guten Stellungen), diesmal überspielte er seinen nominell stärkeren Gegner ausgangs der Eröffnung in wenigen Zügen und siegt nach gut zwei Stunden Spielzeit: Ein 1:0, das Auftrieb gab.

Ich selbst hatte eine interessante Aufgabe zu lösen: Carlo Pauly kenne ich schon seit vielen Jahren, habe ihn sogar schon mal bei der deutschen Jugendmeisterschaft als Trainer unterstützt. Inzwischen hat er schon die bessere Wertungszahl als ich... Es gelang mir, ihn in einer klassischen "Rentnerpartie" relativ leicht zu überspielen, indem ich alle Taktik aus der Stellung nahm und auf meine strukturellen Vorteile vertraute. Thomas Wessendorf, der eben noch unter Druck zu stehen schien, hatte plötzlich ebenfalls gewonnen. Was passiert ist, habe ich nicht genau mitbekommen, nur Thomas' Kommentar: "Das war wohl ein klassischer Blackout!" Und noch ein Punkt für Katernberg vor der Zeitkontrolle: Max Heldt eröffnete mit 1.c4 und siegte in einer echten Positionspartie - wenn unser Supertaktiker jetzt auch noch positionell zu spielen lernt, kann sich jeder Gegner warm anziehen!

Zwichenstand von 4:0 und alles gut? Nicht ganz - zunächst schien es nicht ganz klar, woher der noch fehlende halbe Punkt kommen sollte. Sebastian hatte einen akuten Rückfall in seine Sturm- und Drangzeiten: Nach einem Bauerngewinn verzichtete er auf den leichten Sieg, der einfach auf totale Stellungskontrolle setzte, opferte stattdessen die Qualität, was ihm einen starken Freibauern bescherte. Den hätte er auch soweit voranbringen können, dass die Umwandlung nicht mehr zu verhindern war, allein der Gegner hätte hier ein Dauerschach gehabt. Das war Sebastian zu wenig, statt dessen stürzte er sich im Vertrauen auf die generische Zeitnot in taktische Verwicklungen, stand am Ende aber mit leeren Händen da. Bernd Dahm fand kein Gegenmittel gegen den weißen Königsangriff - nur noch 4:2. Zum Glück konnte Bosko seine Partie gewinnen - er hatte den Bogen im unbedingten Gewinnstreben vermutlich ebenfalls überspannt, aber sein Gegner kam nicht auf die gefährlichen Durchbruchsidee. Doch auch bei einer Niederlage hätten wir immer noch das Remis von Timo gehabt, der angesichts eines umwandlungsbereiten gegnerischen Freibauern das Dauerschach forcierte.

Der Sieg kommt psychologisch gerade zum richtigen Zeitpunkt, denn mit Bochum 02 wartet in der nächsten Runde eine Mannschaft mit Aufstiegsambitionen auf uns, da müssen wir einen Sahnetag erwischen, um den Erfolg unserer Zweiten aus dem Vorjahr zu wiederholen.

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Mit Geduld und Zeit kommt man allmählich weit!

Abraham a Sancta Clara

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