Silber für Leibniz

Geschrieben am 14.03.2016 von Bernd Rosen

NRW - Schulschachmeisterschaften 2016

Mit dem bisher größten Erfolg für die Schachkekse endeten die Schulschachmeisterschaften von Nordrhein-Westfalen: In der WK4 belegte die Leibniz-Auswahl einen hervorragenden 7. Platz, die WK2-Mannschaft kehrte gar als NRW-Vizemeister nach Essen zurück. Den Löwenanteil an diesem Erfolg haben unsere SFK-Nachwuchsspieler, die 8 der insgesamt 9 Akteure stellten. Das Maria-Wächtler-Gymnasium musste leider zwei Stammspieler ersetzen, erreichte dank eines große aufspielenden Marco Werth (7:2 Punkte am Spitzenbrett!) aber noch einen achtbaren Platz im Mittelfeld der Tabelle.

Erstmals richtete die Schachjugend NRW die Landesmeisterschaften in einer zentralen Endrunde aus, für die sich die jeweiligen Bezirks- und Kreismeister qualifizierten. Eine Großveranstaltung mit 5 parallel laufenden Turnieren, an denen insgesamt 143 Schulen mit rund 650 Spielern teilnahmen. Wegen der grassierenden Grippewelle mussten einige Schulen kurzfristig absagen, sonst hätten es sogar bis zu 1000 Spieler werden können. Eine Mammutaufgabe, die von der Schachjugend NRW mit zahlreichen ehrenamtlichen Helfern souverän gemeistert wurde. Eine harte Prüfung aber auch für die SchülerInnen: Die Siegerehrung endete gegen 18:30 Uhr, erst danach konnten wir die Rückreise von Kamen antreten.

WK 2

Ganz ging die Grippewelle auch am Leibniz-Gymnasium nicht vorbei: Sören Tonnemacher, der schon zu der Mannschaft gehörte, die 2010 den 3. Platz in der WK4 erkämpft hatte, meldete sich am Morgen des Turniers krank – spätestens jetzt zahlte es sich aus, dass ich zu solchen Turnieren immer mit einem Ersatzspieler plane. Einsatzbereit waren aber die routinierten Vereinsspieler Lukas Schimnatkowski, Anna Bérénice Döpper und Cem Celik, und an Brett 4 kam wie bei der Stadtmeisterschaft Lemer Hakimi zum Einsatz. Dieses Quartett startete souverän mit drei Siegen und führte schon nach drei Runden mit einem Punkt Vorsprung die Tabelle an:

Die Niederlage der 4. Runde gegen das Freiherr vom Stein Gymnasium aus Bünde erwies sich im Nachhinein schon als turnierentscheidend: Beide Schulen gewannen ihre nachfolgenden vier Spiele, so dass Bünde mit einem Punkt Vorsprung in die letzte Runde ging. Hier kassierte unsere Auswahl die zweite Niederlage, die jedoch bedeutungslos war: Das erneut siegreiche Bünde wäre ohnehin nicht einzuholen gewesen, und Platz 2 war schon vorher gesichert. Einerseits also ein toller Erfolg, andererseits wäre mit etwas mehr Schlachtenglück in der vierten Runde auch der 1. Platz und damit die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft möglich gewesen.

Die Mannschaft überzeugte mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung: Mannschaftsbester wurde Cem an Brett 3 mit 7,5:1,5 Punkten, die übrigen Akteure standen ihm kaum nach: Lemer (Br. 4) kam auf 7:2 Zähler,  Anna (2) holte 6,5:2,5 und Lukas, der am Spitzenbrett die stärksten Gegner hatte, erkämpfte 6:3 Punkte. Ein besonderer Dank gebührt Renate Oversohl, die als Mannschaftsführerin ihren Anteil am Erfolg hatte.

WK 4

Auch in der WK4 hatte ich 5 Spieler aufgeboten – das Quartett Luca Zamhöfer, Justin Tennagels, Jan Wolf und Marius Schimnatkowski wurde noch um Tim Kovac ergänzt, der bei der Stadtmeisterschaft wegen einer Skifreizeit verhindert war. Mit zunehmender Spieldauer ließen die Kräfte der Spieler spürbar nach, so dass es sich als sehr vorteilhaft erwies, immer mal einem Akteur eine Auszeit zu gönnen. Nur Luca am Spitzenbrett musste durchspielen – obwohl er das jüngste Mannschaftsmitglied ist, verfügt er bereits über die größte Turnierpraxis.

Zum Turnierverlauf: Nach spannenden 9 Runden siegte das „falsche“ Leibniz-Gymnasium: Die Namensvettern aus Dortmund setzten sich mit zwei Punkten Vorsprung vor dem Rest des Feldes klar durch. In dieser Wettkampfklasse dürfen zwei Schulen zur Deutschen Meisterschaft fahren, und unsere Auswahl lag bis zur 8. Runde noch gut im Rennen: Nachdem wir dem späteren Turniersieger das erste Unentschieden abgetrotzt hatten hoffte ich auf ein starkes Finish, aber leider hatten sich unsere Mannen mit diesem Kraftakt bereits verausgabt: In der 8. Runde verloren sie den ersten Kampf an diesem Tag, und auch in der Schlussrunde reichten die Kräfte nur noch für ein Unentschieden, so dass schließlich zwei Punkte auf einen Medaillenrang fehlten.

Nachzureichen sind auch hier die Einzelergebnisse. Dabei ist zu berücksichtigen, dass vor allem an den ersten beiden Brettern durchweg sehr spielstarke Konkurrenten saßen, während die Aufgabe hinten spürbar einfacher war: Luca 4:5, Justin 4:3, Jan 1,5:4,5, Tim 5:2, Marius 6:1.

Alle Abschlusstabellen und viele Fotos stehen auf der Homepage der Schachjugend NRW.

Zurück

Erfahrung ist der beste Lehrmeister. Nur das Schulgeld ist teuer.

Thomas Carlyle

Schachaufgabe

<<  <  >  >>
-