Standesgemäß

Geschrieben am 01.08.2021 von Bernd Rosen

NRW-Mannschaftspokal: SFK steht erneut im Halbfinale

Mit zwei hohen Siegen zieht unsere Pokalauswahl zum 3. Mal in Folge ins Halbfinale des NRW-Pokals ein: Nach einem hart umkämpften, am Ende aber deutlichen Sieg gegen den Ligakonkurrenten Dinslaken folgte ein klares 4:0 gegen den Verbandsligisten Recklinghausen Süd, der sich am Vortag etwas überraschend gegen Gastgeber Mülheim Nord durchgesetzt hatte.

Ein erfolgreiches Comeback nach 14 Jahren Schach-Abstinenz feierte dabei Armin Meyer, der am letzten Brett mit 2 klar herausgespielten Siegen für den nötigen Rückhalt sorgte.

Zunächst stand am Samstag das Duell gegen Dinslaken auf dem Programm. Dinslaken trat mit nur zwei Spielern aus der Oberliga-Mannschaft an, so dass wir an den hinteren Brettern deutliche ELO-Vorteile hatten. Trotzdem war das Match hart umkämpft: "Nach 2 Stunden sah ich nur an meinem eigenen Brett einen Vorteil. Timo stand wohl ebenfalls besser, hatte aber katastrophal viel Zeit verbraucht" lautete das Resumee von Dr. Thomas Wessendorf. Dann aber setzte sich doch Armins Läuferpaar durch, und Marcus hatte plötzlich ein gewonnenes Damenendspiel auf dem Brett. Und auch Timo hatte plötzlich gewonnen, so dass Thomas beim Stande von 3:0 seine inzwischen nicht mehr vorteilhafte Stellung Remis gab.

In etwas anderer Besetzung waren wir am Sonntag gegen Recklinghausen nominell klarer Favorit. Recklinghausen trat mit derselben Mannschaft an, die Gastgeber Mülheim in einem Endlos-Kampf niedergerungen hatte. Der Verbandsligist war jedoch an jedem Brett Außenseiter, und letztlich kam keine wirkliche Spannung auf: Armin verschaffte sich zunächst einen starken Freibauern im Zentrum. Als Schwarz diesen aufs Korn nahm, startete er einen unwiderstehlichen Angriff am Königsflügel. Hart arbeiten musste jedoch Thomas, der dann aber einen Bauernraub der weißen Dame auf a7 (!) als zu optimistisch widerlegte. Ich selbst gewann zumindest die Erkenntnis, dass ich das Schachspiel vielleicht doch noch nicht ganz verlernt habe, nachdem ich beim Blitzen am Freitag noch am Nasenring durch die Manege gezerrt worden war: Jedenfalls nutzte ich in einem Symmetrie-Engländer die überlegene Entwicklung zum Gewinn zweier Bauern und wies danach auch alle gegnerischen Schwindelversuche zurück. Schließlich setzte sich auch Martin, der immer die deutlich angenehmere Stellung gehabt hatte, im Turmendspiel durch.

Hier ein Bild unserer Mittelachse:

Martin Villwock und Dr. Thomas Wessendorf

Abschließend noch ein Blick auf die Einzelergebnisse:

Brett SFK - Dinslaken 3½:½
1 Timo Küppers - Philipp Welzel 1:0
2 Thomas Wessendorf - Philipp Sonnenschein ½:½
3 Marcus Bee - Jörg Riekenbrauk 1:0
4 Armin Meyer - Norbert Raygrotzki 1:0
Brett Recklinghausen Süd - SFK 0:4
1 Ralf Callenberg - Bernd Rosen 0:1
2 Roland Mecklenburg - Thomas Wessendorf 0:1
3 Julian Komossa - Martin Villwock 0:1
4 Heinrich Nguyen - Armin Meyer 0:1

Erst beim Blick in die DWZ-Liste registriere ich, dass die beiden jungen Recklinghäuser Spieler an Brett 3 und 4 bei Zahlen von 1404 bzw. 1286 rangieren - dafür haben sie sensationell stark gespielt. Chapeau!

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Gegen das Fehlschlagen eines Planes gibt es keinen besseren Trost, als auf der Stelle einen neuen zu machen oder bereitzuhalten.

Jean Paul

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