Starker Auftritt der SFK-Senioren in Binz

Geschrieben am 03.12.2016 von Bruno Müller-Clostermann

Hätte es bei den am 1. Dezember  zu Ende gegangenen 16. Offenen Senioreneinzelmeisterschaften von Mecklenburg-Vorpommern eine Vereinswertung  gegeben, so wäre das Katernberger Viererteam mit Erich Krüger, Bruno Müller-ClostermannJürgen Riesenbeck und Jürgen Armbrüster locker auf Platz 1 gelandet.

Am Ende belegten wir nämlich die Plätze 4, 8, 10 und 33 bei insgesamt 175 Teilnehmern, wobei Jürgen Riesenbeck mit 6/9 und 40  DWZ-Punkten Zugewinn die herausragende Spielerpersönlichkeit war. Dazu weiter unten mehr.

Ebenfalls im Plus war Jürgen Armbrüster mit 5,5/9 und 23 DWZ-Punkten Zugewinn.  Ganz vorne platziert und wertungsmäßig genau nach Erwartung ging Erich Krüger ins Ziel, wobei er den Nestorensieg erst in der Schlussrunde durch eine Niederlage gegen FM Peter Rahls aus der Hand gab.

Bruno Müller-Clostermann erreichte genau wie Erich Krüger 6,5 Punkte und traf erst durch einen Schlusspurt mit 4,5/5 in den Runden 5 bis 9 mit Platz 8 genau seinen Startrang.

Erich Krüger startete mit zwei - nach eigener Aussage -  sehr schlecht gespielten Partien, die er aber aus Verlusstellungen heraus beide  noch gewinnen konnte. Danach ging es spielerisch aufwärts und er brachte es fertig eine der turbulentesten Partien des Turniers gegen FM Christian Schulz zu gewinnen. Es war allerdings kein "königsindisches Abenteuer", wie ich fälschlicher Weise in einer Twittermeldung behauptet hatte, sondern eine scharfe Variante des Trompowsky-Angriffs mit Bauernraub auf b2: 1.d4 Sf6 2. Lg5 c5 3. d5 Db6 4. Sc3 Dxb2. Ein Foto mit der kritschen Stellung ist in der Bildergalerie zu finden, vgl. auch den Beitrag beim Schachticker.  Nach Niederlagen gegen den überragenden Turniersieger Hans Werner Ackermann und in der Schlussrunde gegen den direkten Konkurrenten FM Peter Rahls wurde Erich Vierter im Gesamtklassement und Dritter in der Nestorenwertung hinter Baumbach und Rahls, vgl. Bild.

Jürgen Riesenbeck gelangen zum Start drei Siege, gefolgt von einem hart erkämpften Remis gegen den starken Günter Weidlich. In Runde 5 gelang ihm mit einer 8-zügigen Miniatur die kürzeste Gewinnpartie des Turniers. Nach 1. e4 d5 2. exd5 Sf6 3. d4 Sxd5 4. c4 Sb6 5. Sf3 Lg4 6. c5 Sd5 7. Db3 b6?? 8. Se5 hängt der schwarze Springer auf g4 und es droht außerdem ein Läuferschach auf b5, deswegen sofortiges 1:0. In der folgenden Runde hatte IM Heinz Liebert in passiver Stellung soviel Respekt vor Jürgen, dass er ein frühes Remisangebot unterbreitete. Jürgen machte sich den Spaß mich als SFK3-Mannschaftsführer an sein Brett zu winken, um mich bezüglich des gegnerischen Remisangebots zu konsultieren! Erst nach meiner Zustimmung reichte er seinem Gegner die Hand zum Friedensschluss. Mit 5/6 spielte er dann am nächsten Tag unbeschwert an Tisch 1 gegen den Favoriten und späteren Turniersieger Hans Werner Ackermann (Elo 2340) und nahm gutgelaunt sein erste und einzige Niederlage in Kauf. In den beiden Schlussrunden gab es wieder respektvolle Kurzremisen, zuletzt gegen den friedfertigen und Katernberg gegenüber besonders freundlich gesinnten FM Hanjo Neese. In Summe also 6/9 und dank bester Wertung auf Platz 10 (bzw. 8. Preis), dazu DWZ/Elo-Gewinne von 40 bzw. 23 Punkten.

Jürgen Armbrüster spielte ein grundsolides Turnier und verlor nur eine Partie (durch ein grobes Versehen). Er scheint Spezialist für Qualitätsgewinne zu sein, jedenfalls hatte er dreimal Turm gegen Leichtfigur und erzielte daraus zweimal ein "sicheres Remis" und beim dritten Versuch einen vollen Punkt. Am Ende war Jürgen mit 5,5 Punkten um 30 Plätze gestiegen und hatte satte DWZ/Elo-Zugewinne von 23 bzw. 25 Punkten!

Bruno Müller-Clostermann schaffte in Runde 2, 3 und 4 aus drei sehr gut stehenden Partien nur einen einzigen Punkt und musste mit 2/4 eine letzlich erfolgreiche Aufholjagd beginnen. Am Ende gelang mit 6,5 Punkten und mit Platz 8 in der Gesamtwertung doch noch ein Sprung ins Preisgeld. Ihr Berichterstatter spielte ausgerechnet in der Schlussrunde die längste Partie des Turniers. Als im verschärften Blitzmodus (es wurde ohne Inkrement gespielt) der gegnerische weiße König auf h8 mit Bauer auf h7 durch die schwarze Umwandlungsdame auf "Patt" gestellt war, waren dank eines weiteren weißen Bauern auf h2 noch genügend Tempi übrig, um einen abseits stehenden Springer zu 72. ... Sf7# heran zu führen, was der Führer der weißen Steine mit einem fröhlich/deutlichen "Sch#####" quittierte. Der Turnierleiter schritt sofort ein, aber nur um sofort die Uhr zu konfiszieren und dadurch Aufräumarbeiten und Siegerehrung voranzutreiben.

 

Einen allgemeinen Bericht gibt es beim Schachticker und alle Ergebnisse auf der Turnierseite!

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Irgendwie scheint mir sonntags früh um 9 Uhr der Killerinstinkt verloren gegangen zu sein.

Alexej Shirov

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